Pflanzung von echten Schwarz-Pappeln am

Partenheimer Bach


Der Naturschutzbund NABU Mainz und die SPD Partenheim als Bachpate des Renaturierungsgebietes am Partenheimer Bach haben mehrere echte Schwarz-Pappeln gepflanzt und so einen Beitrag zum Erhalt und zur Verbreitung eines Baumes geleistet, der auf der roten Liste bedrohter Pflanzenarten steht. Diese heimische Pappel wurde vom Bundesamt für Naturschutz als besonders schützenswert erklärt und war der Baum des Jahres 2006. Der NABU Mainz hat zu einem Schwerpunkt seiner Projekte diesen Baum gewählt. Der Partenheimer SPD-Ortsverein, dem Erhalt der Natur verpflichtet, führte in Zusammenarbeit mit dem engagierten NABU-Mitglied Heinfried Gress aus Jugenheim diese Pflanzungsaktion durch. Wir danken Herrn Gress nicht nur für die jungen Bäume, sondern auch für das gespendete Materiel, das zum Anpflanzen, Schützen und Befestigen der Pflanzen benötigt wird. Die europäische Schwarz-Pappel (Populus nigra) sollte eigentlich bei uns weit verbreitet sein, sie benötigt aber freie natürliche Flussauen mit wenig bewachsenen Kiesflächen, die immer seltener werden. Nach einer kurzen Blütezeit im Frühjahr werden die reifen, weichen und flaumigen Samen vom Wind weit verweht. Wegen dieser verfilzten weissen Samenbüschel, die wie Federn im Wind fliegen, wird dieser Baum in Nordamerika auch Cottonwood-Tree (Baumwollbaum) genannt. Die Schwarz-Pappel ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Bäume. Die Befruchtung der Samen am Baum geschieht durch Windbestäubung vor dem Austrieb der Blätter, die hierbei nur stören würden. Das Bild zeigt einen solchen blühenden Baum, aufgenommen in einem Feuchtbiotop bei Ebersheim. Wenn die Samen auf den Boden fallen, haben sie jedoch nur wenige Tage Zeit zur Keimung. Das bedeutet, dass die Samen sofort geeigneten nackten Boden vorfinden müssen und dass Regen oder Wasser, wie z. B. an Flussauen, zeitnah zur Verfügung stehen. Dieses enge zeitliche und örtliche Fenster, zusammen mit der Abnahme natürlicher Flussauen, erklärt, dass dieser Baum bei uns vom Aussterben bedroht ist. Die wenigen Bäume, die noch existieren, sind meist alte stattliche Bäume, zu kleinen Gruppen geordnet, die sich in vereinzelten Fällen durch Wurzelaustrieb vermehren. Was bei uns als Pappel bekannt ist, sind vor allem die zypressenartigen Pyramidenpappeln, eine aus südlichen Ländern eingeführte Mutation, die sich nicht geschlechtlich fortpflanzen. Sie wurden als schnell wachsende Holzlieferanten für die Streichholzindustrie angepflanzt oder waren beliebt als Alleenbäume, wo sie hierzulande mancherorts den Begriff der rheinhessischen Toscana prägen. Weiterhin gibt es noch häufig die Hybridpappel, ebenfalls eine sogenannte Wirtschaftspappel, eine Kreuzung der heimischen Schwarz-Pappel mit einer kanadischen Art. Die echte Schwarz-Pappel wird jetzt von Naturschützern kartografiert und der Nachweis der Echtheit mit relativ einfachen Gentests festgestellt. So konnten noch einige Bestände im Selztal, bei Ebersheim, Nierstein und in den Rheinauen bei Oppenheim gefunden werden. Sogar am Saubach bei Jugenheim stehen ein paar echte Exemplare, von denen unter der Obhut von Heinfried Gress jetzt einige Sämlinge, durch Gentest einwandfrei bestimmt,  am Partenheimer Bach stehen. Wir freuen uns, dass wir mit dieser Pflanzung einen Beitrag zum Schutz der Natur und der Erhaltung einer hier heimischen Art leisten konnten. Wer sich weiter informieren möchte, dem sei eine Broschüre des „Verein Baum des Jahres e.V.“ (www.baum-des-jahres.de)  zum Thema Schwarz-Pappel empfohlen.

SPD Ortverein Partenheim

 

 


 

Kontakt:

<vsapa@t-online.de>